Meine Rede zum Bundestreffen der „Christen in der AfD“ (ChrAfD) am 14. April 2018 in Wiesbaden im Wortlaut

Christentum und Vaterlandsliebe.

Was uns alle in ChrAfD (Christen in der AfD) antreibt, das ist die Liebe zu Gott und zum Vaterland. Die Vaterlandsliebe ist Teil der christlichen Nächstenliebe.

Papst Johannes Paul II. sagte:

„Das geistige Erbe, das uns vom Vaterland übergeben wird, erreicht uns über unseren Vater und unsere Mutter und begründet in uns die entsprechende Pflicht zur pietas.“

Dieser Satz kann als Überschrift über der Arbeit von ChrAfD und der ganzen AfD stehen.

In der AfD haben sich Bürger zusammen gefunden, die Schaden von ihrem Land abwenden wollen. Dafür sind sie auch bereit, persönliche Nachteile, Schmähungen, ja sogar körperliche Angriffe in Kauf zu nehmen. Das ist die Pflicht zur Pietas, von der Papst Johannes Paul II. sprach.

Christlicher Glaube, Vaterlandsliebe und die Bereitschaft dem Vaterland zu dienen, ist für die große Mehrheit der Christen in der Welt selbstverständlich – auch wenn einige Vertreter der Amtskirchen in Deutschland das nicht wahrhaben wollen.

Die Vielfalt der Vaterländer ist das natürliche Abbild der Vielfalt der Schöpfung. Die Ideologie von einer grenzenlosen und entgrenzten Welt ohne Völker und Nationen beruht auf einem Machbarkeitswahn, der die Welt immer aufs Neue ins Unglück stürzt.

Das ist der alte linke Traum vom neuen Menschen, ohne Religion, Tradition und kulturelle Bindung. Das ist die Utopie von einem Ende der Geschichte. Diese Utopie steht hinter den großen politischen Irrtümern, die unsere politische Elite rücksichtslos verfolgt:

  • „One World“ mit dem EU-Superstaat als Vorstufe
  • „Offene Grenzen“ und Massenmigration
  • „Weltinnenpolitik“ – sprich permanente Militärinterventionen
  • die Abgabe von persönlicher Freiheit an eine überbordende Bürokratie
  • und die Auflösung der traditionellen Familie durch Gender-Ideologie, Frühsexualisierung und Leihmutterschaft

Das alles beruht auf dem Irrtum der politischen Planbarkeit der Welt. Wo Menschen aufhören an Gott zu glauben, fangen sie an Gott zu spielen – mit  fatalen Folgen. Unsere Eliten versuchen Gott zu spielen. Sie ignorieren dabei alle natürlichen, historischen und kulturellen Gegebenheiten.

  • Sie haben den Euro eingeführt, ganz ohne Rücksicht auf die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften.
  • Sie intervenieren in fremde Staaten wie in Libyen, Afghanistan und dem Irak. Sie betreiben dort „Demokratisierung“ und „Nationbuilding“.
  • Sie erklären die Geschlechter für nicht existent und leugnen alle natürlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
  • Sie forcieren die muslimische Masseneinwanderung nach Europa und nehmen dabei Parallelgesellschaften, Terrorismus und Islamisierung in Kauf.

Dass die Eliten des Westens zu einer solchen Politik fähig sind offenbart das Vakuum, das die sich beschleunigende Entchristlichung hinterlassen hat. Die westlichen Gesellschaften befinden sich in einer tiefen moralischen und kulturellen Krise. Das hat schon Konrad Adenauer auf dem Essener Parteitag 1946 vorausgesehen. Adenauer erklärte:

„Materialismus und Christentum, das sind die großen entgegengesetzten Pole, die sich allmählich immer klarer und deutlicher abzeichnen. Ob die Mehrheit unseres Volkes auf materialistischem Boden verharrt oder ob sie zurückfindet zu der Weltanschauung des Christentums, das ist die entscheidende Frage für unser Volk.“

Die „materialistische Einstellung“ fördere die „Entwicklung sich über das Recht des Einzelnen hinweg zu setzen.“ Das Recht des Einzelnen wird immer stärker beschnitten, Bürgerrechte werden eingeschränkt, der Staat fühlt sich von der Wiege bis zur Bahre für alles zuständig. Denken wir nur an das NetzDG und Bargeld-Verbot.

Adenauer war ein großer Konservativer und auf seine Weise ein Visionär. Er würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen könnte, was Angela Merkel aus seiner CDU gemacht hat. Die Frage, die Adenauer aufgeworfen hat, ist von brennender Aktualität. Nicht nur für Deutschland – für ganz Europa, für alle westlichen Gesellschaften.

Massenmigration, Islamisierung und Geburtenrückgang sind ein Symptom der geistigen Krise, die Adenauer ausgemacht hat. Der „Materialismus“ der westlichen Gesellschaften mündet in kultureller Selbstaufgabe und Unfreiheit.  Wir haben heute einen Punkt erreicht, wo wir so nicht weiter machen können, ohne die Zukunft der westlichen Zivilisation im Ganzen zu zerstören.

Wir brauchen nicht nur eine politische Wende, sondern eine grundlegende geistige und spirituelle Erneuerung Europas. Eine wirkliche geistig-moralische Wende.  Die Kirchen sollten als Motoren der geistigen und spirituellen Erneuerung handeln und nicht als zusätzliche Presseabteilung der Bundesregierung.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Bischöfe haben sich zum Jubelchor der islamischen Masseneinwanderung hinzugesellt. Sie missbrauchen ihre geistige Autorität, um Merkels Politik der offenen Grenzen zu unterstützen.  Kirchenvertreter greifen die AfD dafür an, dass die AfD die Islamisierung Europas verhindern will. Sie nennen das unchristlich.

Polen ist eine große christliche Nation. Der christliche Glaube hat Millionen von Polen zum Protest gegen den Kommunismus bewegt. Es war auch die Kraft des Glaubens, die den Ostblock zum Einsturz gebracht hat. Jetzt stellen sich die Polen mit demselben Mut dem EU-Zentralismus und der muslimischen Masseneinwanderung entgegen.  Sind die Polen keine guten Christen? Sind Millionen christlicher Europäer, die Merkel auf ihrem Alleingang nicht gefolgt sind, keine guten Christen?

Die Arroganz und Überheblichkeit deutscher Kirchenfürsten stellt selbst die mancher EU-Bürokraten noch in den Schatten.

Gleichzeitig sehen die Amtskirchen zu, wie christliche Kultur und Tradition von einer ganz großen bunten Koalition im Bundestag abgeräumt werden, wie die Familie ausgehöhlt wird und Schutz des ungeborenen Lebens immer weiter abgeschafft.

Es gibt im Bundestag eine ganz große, ganz bunte Koalition, die von der Linken bis zur FDP reicht, die christliche Traditionen in Deutschland abräumen will. Das hat sich bei der Entscheidung für die sogenannte „Ehe für alle“ und der Abschaffung des Paragraphen 219a, dem Werbeverbot für Abtreibungen, ganz deutlich gezeigt.

Zu dieser bunten Koalition gehören die LINKE, die SPD, die Grünen und die FDP. Die FDP geht sogar noch über die Forderungen der linken Parteien hinaus. Die FDP will die Legalisierung der Leihmutterschaft. Leben als Ware. Das sind nicht unsere Werte. Wo ist die Kritik der Kirchenvertreter? Wo ist die Ausladung der FDP vom Kirchenparteitag?

Wenn es gegen die AfD geht,  sind die  Stimmen mancher Kirchenfürsten sehr laut und schrill. Als es um die Ehe für alle und die Legalisierung der Werbung für Abtreibung ging, waren ihre Stimmen sehr leise. Im Zusammenhang mit der Abschaffung der traditionellen Ehe und der Einführung der Ehe für alle sprach Kardinal von „Bedauern“. Bedauern? Wenn die Axt an das christliche Fundament unserer Gesellschaft gelegt wird!

Wo ist die Kritik an Linke, Grüne, SPD und FDP, die die Ehe für alle eingeführt haben und das Werbeverbot für Abtreibungen kippen wollten. Wo war die Kritik an den Parteien mit dem „C“, dass sie das einfach geschehen lassen?

In beiden Fällen, der Ehe für alle und dem Paragraphen 219a, hat die AfD die christlichen Werte verteidigt. Die einzige Protestaktion im Bundestag gegen die Ehe für alle kam damals von uns in Berlin, auf der Reichstagskuppel. Damals waren wir nicht einmal als Fraktion im Bundestag vertreten. Wären wir jetzt nicht im Bundestag vertreten gewesen, dann wäre das Werbeverbot für Abtreibungen längst aufgehoben worden. Nur die Sorge der Union davor, konservative Wähler an die AfD zu verlieren, hat das im letzten Moment verhindert. Die AfD wirkt.

Als Politiker betreffen unsere Möglichkeiten das Politische. Wir sollten uns nicht anmaßen zu glauben, wir könnten allein im Bundestag und in den Landtagen die kulturelle Krise Europa beheben. Die Impulse müssen aus der Gesellschaft kommen, aus den Kirchen und Glaubensgemeinschaften.

Wir können aber etwa über die Staat-Kirchenbeziehungen nachdenken. Wir müssen uns fragen, ob die große Nähe der Kirchen zum Staat den Kirchen gut getan hat. Wir haben daraus schon erste Schlussfolgerungen gezogen. Die AfD fordert die Steuerfinanzierung der Bischofsgehälter zu beenden. Bischöfe sollen keine Staatsangestellten sein. Ich denke, dass wir auch über die Frage der „Kirchensteuer“ noch reden werden.

Wir sehen das dort, wo die Kirchen sich nicht in derselben Abhängigkeit vom Staat wie in Deutschland befinden, sie viel aktiver in der Verteidigung der christlichen Werte sind. In Frankreich hat die Kirche hunderttausende von Bürgern gegen die „Ehe für alle“ auf die Straße gebracht. In den USA sind die Kirchen konservative Bollwerke gegen die linken Gesellschaftsingenieure.

Einen wesentlichen Beitrag leistet ChrAfD und muss in Zukunft noch einen stärkeren Beitrag leisten. ChrAfD ist nicht einfach eine Unterorganisation, die es nach Beschluss der Partei ohnehin nicht geben soll. ChrAfD kann aber ein geistiges und spirituelles Zentrum unserer Partei sein. Ich danke Ihnen allen für die Aufbauarbeit, die Sie leisten, für die Anstrengungen, die sie auf sich nehmen. Was ChrAfD bisher geleistet hat ist unendlich wertvoll, lassen sie uns alle gemeinsam weiter arbeiten.

Der frühere US-Präsident Ronald Reagan hat einmal gesagt:

„Wenn eine Nation vergisst, dass sie unter Gott steht, wird sie eine Nation sein, die untergeht.“

Genau diese Gefahr wollen wir gemeinsam abwenden. In Vertrauen auf Gott und in Liebe zu Deutschland.

 
 

 

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